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Meeting mit der Bundeskanzlerin

  • Angela Merkel und Aydan Özoğuz stellen sich den Fragen der Journalisten. Foto: Rico Thumser / DJF

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz haben die Jugendfeuerwehr Wedding am 14. November 2016 besucht. Im Rahmen des Integrationsgipfels der Bundesregierung gab es ein Vorort-Besuch, um zu erfahren, wie es der JF Wedding gelungen ist, in wenigen Jahren Schritt für Schritt immer mehr Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte oder Migrationserfahrung den Weg zur Jugendfeuerwehr zu ebenen. Nun sind die Jugendlichen alle Feuer und Flamme für ihr freiwilliges Engagement.

Seit 2013 ist die JF Wedding im Vielfaltsprojekt der Deutschen Jugendfeuerwehr „Im Tandem für eine bunte Jugendfeuerwelt“ aktiv. Das Projekt fördert die interkulturelle Öffnung und begleitet dabei die Betreuer und Jugendliche sich auf Vielfalt einzulassen. In Fortbildungen wurde sich sensibilisiert und qualifiziert. In Tandems, die ein Mentorenverhältnis darstellen, agieren Jugendliche und erfahrene Erwachsene zusammen. Sie lernen miteinander und voneinander. Zugleich begann der Prozess sich mit Vielfalt auseinanderzusetzen und an den eigenen Haltungen konnte erreicht werden, eine Willkommenskultur verankern.

Treffen durch Jugendfeuerwehr toll vorbereitet

Die Bundeskanzlerin fragte mit der Staatsministerin an, ob sie sich ein eigenes Bild von der Integration und Vielfalt in der Jugendfeuerwehr machen könne. In zahlreichen Meetings mit Bundeskanzleramt, Bundespresseamt, Bundeskriminalamt sowie der Berliner Feuerwehr und der DJF wurde ein einstündiger Besuch vorbereitet. Die Jugendlichen und die Ehrenamtlichen engagierten sich unerlässlich und taten alles um den hohen Besuch willkommen zu heißen und ihm die Arbeit der JF und ihre Erfahrungen im Themenfeld Integration näher zu bringen.

Nun war der große Tag am 14. November 2016: Die Bundeskanzlerin reiste mit der Staatsministerin an und ihnen wurde die Jugendfeuerwehr an 3 Stationen demonstriert und erläutert. Eine Brandbekämpfung durch die jüngsten in der JF, eine Erste Hilfe-Leistung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie eine technische Hilfe durch Mädchen.

Die Kanzlerin im Gespräch mit den Jugendlichen

Im Anschluss nahmen sich Bundeskanzlerin und Staatsministerin die Zeit und vertieften die visuellen Eindrücke in einem Gespräch mit Jugendlichen und Betreuern der Jugendfeuerwehr. Im Mittelpunkt standen die Jugendlichen Amida, Anja, Francesco, Hannes, Joshua, Leonel, Marwan, Patrick, Schokran, Valton sowie der JFW Bela Niederwieser und Manual Mahnke. Fragen der Bundeskanzlerin gingen der Herkunft nach, woher sie oder ihrer Eltern stammen, ob es die Familein gutheißen sich in der Feuerwehr zu engagieren. Wie sie zur Jugendfeuerwehr kamen oder was sie motiviert dabei zu bleiben? Immer wieder wurde das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Beziehung untereinander und mit den Betreuern genannt, dass Anderssein normal sei, Vielfalt bei allen anzutreffen ist. Herausgestellt werden konnte, dass der externe Blick und die Begleitung helfen, sich zu sensibilisieren, zu verstehen, was Herkunft und Kultur für einen Einfluss haben, wie beides berücksichtigt werden kann, um allen die Chance zu geben, sich bei der Jugendfeuerwehr zu engagieren.

Zudem nahmen von der Bundesseite DFV- Präsident Hartmut Ziebs, Bundesjugendleiter Heinrich Scharf, Bundesjugendsprecher Lukas Janisch sowie Vorsitzender des Fachausschusses Jugendpolitik & Integration Willi Donath noch der Projektverantwortliche und Bildungsreferent Uwe Danker sowie sein Kooperationspartner DIL (Diversity Management & Interkulturelle Kompetenz Frankfurt) Cihad Taşkin teil. Von der Berliner-Seite nahmen der Landesbranddirektor Wilfried Gräfling, Landesbeauftragte FF Lutz Großmann, Landesjugendwart Reinhard Wolf.

Die Jugendlichen konnten der Kanzlerin auch Fragen stellen, bspw. ob sie noch alleine und unbehelligt einkaufen gehen könne. Im Unterschied zu vielen anderen Regierungschefs ist ihr das möglich. Über das Kochen, das ja Menschen und Kulturen verbindet, wie in dem neuen „Flüchtlingsprojekt“, erzählte Merkel, wie sie in der DDR als Christin aufwuchs und anfangs damit haderte, in dem atheistischen Staat, zu ihrer Religion zu stehen. Ein Mutmacher von der wichtigsten Frau der Welt! 

Merkel betonte in ihrem Pressstatement anschließend, dass die Jugendfeuerwehr wie hier im Wedding ein „lebendiges Beispiel“ für Teilhabe und interkulturelle Öffnung ist. Er fördert und sichert den Nachwuchs für die Feuerwehren. Eine tolle Möglichkeit, Nachwuchs über das Schulprojekt zu bekommen und Mädchen für Technik zu begeistern, in Vielfalt sich zu engagieren. Auch Frau Özuğuz ist beeindruckt von der interkulturellen Arbeit und von „Herz und Seele“, mit denen alle Beteiligten zusammenarbeiten.

Text: Uwe Danker, Fotos: Rico Thumser