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Regionalkonferenzen Kinder in der Feuerwehr

In der Jugendfeuerwehr-Statistik (2016) sind über 35.750 Kinder erfasst, rund 14 % aller JF-Mitglieder. 2011 waren es noch rund 20.500 Kinder (8,4%). Offensichtlich sind Kindergruppen in den Feuerwehren ein selbstverständlicher Trend! So existieren in vielen Regionen Gruppen mit Kindern in der Feuerwehr und es liegen viele Erfahrungen vor. Andere Feuerwehren stehen noch am Beginn einer positiven Entwicklung. Für den Austausch und zum Fortbilden bot die gemeinsame Projektgruppe von DFV und DJF Regionalkonferenzen an, nach Nordrhein-Westfalen und Brandenburg fand die letzte in Süddeutschland statt.

 

Nach zwei erfolgten Regionalkonferenzen in Telgte bei Münster und in Blossin sind wichtige Etappen erreicht. Mit allen drei Konferenzen konnten mehr als 220 Teilnehmende überwiegend erreicht werden. Die Leiterinnen und Leiter von Kinderfeuerwehren, Betreuerinnen und Betreuer von Kindergruppen, aber auch Jugendwartinnen und Jugendwarte sowie Wehrleitende tauschten sich über die Arbeit in und mit Kindergruppen aus und bildeten sich fort.

Letzte Regionalkonferenz

Mit 80 Teilnehmenden aus Süddeutschland war die dritte und letzte Regionalkonferenz Kinder in der Feuerwehr sehr erfolgreich. Betreuende und Leitende von Kindergruppen sowie Gründer von Kinderfeuerwehren vor allem aus Baden-Württemberg, aber auch aus Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland nahmen teil. Weit mehr wollten noch teilnehmen, konnten aber aus Kapazitätsgründen nicht.

Die gemeinsam DFV-DJF-Projektgruppe Kinder in der Feuerwehr freute sich erneut der großen Nachfrage und bot den Teilnehmenden nach einer Begrüßung, einen Exkurs in „Rechte und Pflichten für Gruppenleitende“ und Workshops zu verschiedenen Themen.

Der Projektgruppenleiter, Michael Klein, von der Feuerwehrschule der Leiter Thomas Egelhaaf sowie Führungslehrer Torsten Rönisch, und der Bildungsreferent der DJF, Uwe Danker. Alle unterstrichen die hohe Bedeutung für die Nachwuchssicherung für die Feuerwehren und den erfolgreichen Trend, der Kindergruppen. Doch nicht alleine der demografische Wandel solle Motiv sein, Kindergruppen zu gründen, sondern die allgemeine Jugendarbeit. Viele sozial Kompetenzen sowie feuerwehraffine Fertigkeiten werden bereits mit in Kindergruppen erlernt und zahlen sich für die Feuerwehr und die Gesellschaft aus.


Für die verantwortungsvolle Aufgabe tauschten sich die Teilnehmenden in einem Worldcafé zu "Rechte und Pflichten" aus: Unter welchen Umständen kann die Aufsichtspflicht übertragen werden (u.a. Volljährigkeit), welcher Betreuungsschlüssel ist sinnvoll (2:10), wie sieht der Beförderungsschutz bei Fahrten aus (Sitzkissen/Gurte), welches Gerät ist geeignet (bspw. D-Schläuche oder Kinder dürfen nur 10% ihres Körpergewichts tragen), was sind sensible Daten (bspw. Verknüpfte Daten von Namen und Geburtstag) oder was ist bei Kindeswohlgefährdung zu beachten (Ruhe bewahren und sich weiterinformieren (http://www.jugendfeuerwehr.de/schwerpunkte/kindeswohl/).

In drei Workshops nahmen sich anschließend die Teilnehmenden gruppendynamische Übungen vor, werteten für die Teamarbeit relevanten Zusammenhänge aus und entwickelten gemeinsam Spiele, die auf Feuerwehr getrimmt wurden. Aus dem Spiel Obstsalat wurde Feuerwehrsalat oder aus Montagsmaler die Feuerwehrmaler, kurz „Spiele rot anmalen“. Mit viel Spaß wurden viele Erfahrungen gesammelt.

„Brandschutzerziehung und Praxis“ war Thema eines anderen Workshops. Gemeinsamkeiten, Berührungspunkte, aber auch Unterschiede weist der Brandschutzerziehung mit der Jugendarbeit in Kindergruppen auf. In Kindergruppen setzen wir uns dauerhaft, langfristig auseinander. Themen um Feuerwehr werden spielerisch, auch mit Basteln und Malen angegangen. Die BSE setzt an der Aufklärung an, die Kindergruppen fördern mehr die Persönlichkeitsentwicklung. Damit den Kindern später in der Jugendfeuerwehr nicht langweilig wird, sollten die Inhalte unter anderen Fragestellungen behandelt und in einer anderen Form erfahrbar gemacht werden. So sind nicht alle Knoten und Stiche zu lernen oder Löschangriffe gehören bei Kindergruppen nicht zum Übungsdienst, aber Wasserspiele und Experimente etc.

Auch der Workshop zum Thema „Übertritt statt Ausstritt“ griff dies mit auf. Beide Seiten, die auf der Kindergruppe und die auf der Jugendfeuerwehr-Seite müssen den Übergang organisieren, um möglichst wenig Austritte zu haben. Dazu wurden verschiedene Ideen entwickelt und bearbeitet, die die Übergabe vorgreifen und einen gelungenen, leichten Übertritt gewährleisten sollen. Gemeinsame Gruppenstunde, gemeinsame Veranstaltung (bspw. Feuerwehrolympiade), Elternabend oder eine Übergaberitual sind geeignete Mittel.

Im Fazit wurde die neue Landesfeuerwehrschule ebenso gelobt, wie das Engagement der Freiwilligen, die teilnahmen oder die Konferenz als Referenten_innen umsetzten.

Rückfragen bitte bei: Uwe Danker, Bildungsreferent der DJF